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  • Feb 8, 2026

Das Mindset, das fast mein Leben zerstört hätte

    Vor meinem Physikum hatte ich fünfstellig im Monat verdient.

    Dann habe ich eine Content-Pause gemacht, um mich voll aufs Physikum (1. Staatsexamen in Medizin) zu fokussieren. Alles runtergefahren. Kein Business, kein Content, nur Lernen.

    Und dann war das Physikum vorbei.

    Ich dachte: Jetzt starte ich richtig durch. Aber diesmal perfekt.

    Ich wollte mit dem Business-Modell starten, das ich mein Leben lang machen würde. Mit Videos, die genau dieses Business promoten. Ich wollte keinen Fehler machen.

    Und dann passierte... nichts.

    Ich steckte fest. Nicht weil ich nicht wusste, was ich tun sollte. Sondern weil ich zu viel Sicherheit wollte, bevor ich anfange.

    Dazu kamen die Fragen. Jeden zweiten Tag:

    "Welchen Facharzt willst du später ma/imachen?"

    "Hast du schon eine Doktorarbeit?"

    "In welche Richtung soll es gehen?"

    Ich hatte das Gefühl, ich müsste JETZT die Entscheidungen treffen, die mein ganzes Leben bestimmen. Mit 23.

    Vielleicht kennst du das.

    Dieses Gefühl, dass du erst anfangen kannst, wenn du dir 100% sicher bist. Dass du den perfekten Plan brauchst, bevor du den ersten Schritt machst. Dass eine falsche Entscheidung alles ruinieren könnte.

    Ali Abdaal nennt das "Das Gefängnis der Gewissheit" – die unsichtbare Mauer, die entsteht, wenn wir glauben, erst handeln zu können, wenn wir absolut sicher sind.

    Und dieses Gefängnis hat mich monatelang eingesperrt.

    Hier ist, was ich gelernt habe – und wie ich da rausgekommen bin.


    Problem #1: Du überdenkst jede Entscheidung

    Unser Gehirn wurde trainiert, Entscheidungen wie Prüfungen zu behandeln.

    In der Schule, in der Uni – überall gibt es diese "One-Shot"-Momente. Eine Klausur. Eine Chance. Wenn du verkackst, war's das.

    Ali Abdaal nennt das das "One-Shot-Brain".

    Wir wurden konditioniert zu glauben: Große Entscheidungen sind unwiderruflich. Du hast einen Versuch. Also bereite dich perfekt vor.

    Das Problem damit ist relativ offensichtlich, denn das echte Leben funktioniert nicht so.

    Die meisten Entscheidungen sind keine Einbahnstraßen. Du kannst zurück. Du kannst iterieren. Du kannst es nochmal versuchen.

    Jeff Bezos unterscheidet zwischen "One-Way Doors" und "Two-Way Doors":

    • One-Way Doors: Entscheidungen, die schwer rückgängig zu machen sind. Heirat. Kinder. Das sind vielleicht 5% deiner Entscheidungen.

    • Two-Way Doors: Alles andere. Du kannst durchgehen, schauen wie es ist, und wieder zurück.

    Das ist der Punkt: Die meisten Entscheidungen, über die du dir den Kopf zerbrichst, sind Two-Way Doors.

    Welches Business-Modell du startest? Two-Way Door. Du kannst es ändern.

    Welchen Content du postest? Two-Way Door. Du kannst morgen was anderes machen.

    Ob du diese eine Klinik für die Doktorarbeit anschreibst? Two-Way Door. Die können auch Nein sagen – na und?

    Aber wir behandeln sie wie One-Way Doors. Als würde unser ganzes Leben davon abhängen.

    Und deshalb stehen wir vor der Tür. Für Wochen. Für Monate. Manchmal für Jahre.

    Wir analysieren. Wir planen. Wir wägen ab. Wir fragen andere um Rat. Wir lesen noch einen Artikel. Wir warten auf mehr Klarheit.

    Und während wir warten, passiert nichts.


    Problem #2: Du versuchst, zu weit in die Zukunft zu planen

    Das zweite Problem ist subtiler – aber genauso problematisch.

    Ich wollte nicht einfach irgendein Business starten. Ich wollte DAS Business starten. Das eine, das ich für immer machen würde.

    Ich wollte nicht einfach irgendwelche Videos machen. Ich wollte Videos machen, die perfekt zu meiner langfristigen Vision passen.

    Ich hab versucht, Fragen zu beantworten, die ich noch gar nicht beantworten konnte:

    • Was ist das perfekte Business-Modell für mich?

    • Wie kombiniere ich das mit einer möglichen Facharztkarriere?

    • Was will ich in 10 Jahren machen?

    • Wer will ich in 10 Jahren sein?

    Natürlich muss man über solche Dinge nachdenken. Ein bisschen.

    Aber ich habe versucht, einen detaillierten Plan für die nächsten 10 Jahre zu machen – während ich nicht mal wusste, was ich nächsten Monat machen sollte.

    Erkennst du dich wieder?

    Hier sind die Symptome:

    • Du fühlst dich überfordert, obwohl du "nur" eine Entscheidung treffen musst

    • Du schiebst den Start immer wieder auf, weil du "erst noch X klären musst"

    • Du hast das Gefühl, dass jede Entscheidung perfekt sein muss

    • Du vergleichst dich mit Leuten, die schon weiter sind, und fragst dich, was deren Geheimnis ist

    • Du konsumierst mehr Content über dein Probleme, als du tatsächlich an der Lösung arbeitest

    • Du weißt eigentlich, was du tun solltest – aber du tust es nicht

    Wenn das auf dich zutrifft: Du bist nicht faul. Du bist nicht unfähig.

    Du versuchst nur, zu weit in die Zukunft zu planen.

    Wenn du versuchst, 10 Jahre vorauszuplanen, kämpfen beide Systeme gegeneinander. Du gibst Gas und bremst gleichzeitig.

    Das ist, als würdest du mit angezogener Handbremse fahren.

    Kein Wunder, dass du nicht vorankommst.


    Die Wahrheit über außergewöhnliche Menschen

    Wir fangen also häufig nicht an, weil wir denken alles müsste perfekt sein.

    Wir denken, wir müssten etwas extrem krasses machen, um jemand besonderes zu werden...

    Der Neurochirurg, der krasse OPs macht? Der macht keine magischen Dinge. Er macht seit 20 Jahren jeden Tag dasselbe – und ist dadurch verdammt gut geworden.

    Ali Abdaal? Dan Koe? Die machen keine revolutionären Videos. Sie machen seit Jahren jede Woche ein Video, jeden Tag ein Reel, jede Woche einen Newsletter.

    Ich war letztens mit Niklas Typen im Gym trainieren.

    Wir halten fest: Sein Bizeps ist breiter als mein Oberschenkel 😂

    Ich hab ihn gefragt, was sein Hack ist...

    Es gibt keinen.

    Er trainiert einfach seit 8 Jahren. Konstant. Jede Woche.

    Du musst nicht besonders sein, um außergewöhnlich zu werden.

    Du musst nur länger durchhalten als alle anderen.

    Hier ist eine Statistik, die mich immer wieder auf den Boden holt:

    90% aller Podcasts schaffen es nicht über Episode 3.

    Von den übrigen 10% schaffen 90% nicht Episode 20.

    Das heißt: Mit 21 Podcast-Folgen bist du in den Top 1% aller Podcaster.

    Nicht weil du besser bist. Sondern weil alle anderen aufgegeben haben.

    Das gilt für alles.

    Du musst nicht krass sein. Du musst nur dranbleiben und immer besser werden wollen.


    Der Ausweg: Langfristige Vision, kurzfristiger Plan

    Ein Mentor sagte mal:

    Das ist der Sweet Spot.

    Langfristige Vision. Kurzfristiger Plan.

    Eine Vision gibt dir Richtung. Sie ist flexibel, grob, ein Nordstern.

    Ein Plan gibt dir Klarheit. Er ist konkret, detailliert, umsetzbar.

    Das Problem ist, wenn du beides vermischst. Wenn du versuchst, einen detaillierten Plan für die nächsten 10 Jahre zu machen.

    Das funktioniert nicht. Weil du nicht weißt, wer du in 10 Jahren sein wirst. Was du wollen wirst. Wie die Welt aussehen wird.

    Plane maximal 6 Monate voraus.

    Ryan Doris nennt das "Certainty Windows" – Zeitfenster, in denen du absolute Klarheit hast.

    Es ist wie Autofahren nachts: Du siehst nur die nächsten 200 Meter, die deine Scheinwerfer beleuchten. Aber das reicht, um von München nach Berlin zu fahren.

    Du brauchst nicht die ganze Strecke zu sehen. Nur den nächsten Abschnitt.

    Wie ich das umsetze:

    Ich nutze ein 12-Wochen-System. Ich setze mir 3 Ziele für die nächsten 3 Monate. Breche sie runter in Projekte. Die Projekte in To-Dos.

    Jeden Morgen gehe ich spazieren und plane meinen Tag. Ich packe meine To-Dos in den Kalender.

    Und dann? Umsetzen. Nicht nachdenken. Machen.

    Solange meine 12-Wochen-Ziele grob mit meiner Lebensvision alignt sind, ist alles gut.

    Die Frage "Welchen Facharzt machst du?" muss ich nicht heute beantworten.

    Die Frage "Was machst du diese Woche?" schon.


    Alles ist ein Experiment

    Hier ist der Mindset-Shift, der alles verändert hat:

    Sieh alles als Experiment.

    Wenn etwas ein Experiment ist, gibt es kein Scheitern. Nur Daten.

    Dein erster LinkedIn-Post entscheidet nicht deine Karriere und Lisa von HR wird dich nicht auslachen. Er ist ein Test: "Was passiert, wenn ich das poste?"

    Dein erstes Business ist nicht das Business deines Lebens. Es ist Experiment #1.

    Tucky Moore sagt: "Jedes Unternehmen wächst durch eine Serie von Experimenten."

    Ich kenne keinen erfolgreichen Unternehmer, dessen erstes Business das war, was ihn erfolgreich gemacht hat. Meistens war es das neunte, zehnte, zwölfte.

    Wenn du noch nicht fünf gescheiterte Unternehmen hast – mach dir keinen Stress. Du bist noch nicht mal im Spiel.

    Wie ich das umsetze:

    Nach dem Physikum habe ich nicht das perfekte neue Business gestartet. Ich habe einfach weitergemacht, was vorher funktioniert hat. Mein Notion Template weiterverkauft. Weil es lief.

    Ich kann immer noch iterieren. Ich kann immer noch was Neues machen. Aber ich wollte erstmal unperfekt starten.

    Beim Content mache ich jetzt "FaceTime-Content": Jeden Tag ein Video. Ich scrolle auf Instagram, finde Videos die krass performen, nehme das als Inspiration, packe meinen eigenen Spin drauf.

    Ich scripte nicht überkrass. Ich nehme es in CapCut auf, Untertitel mit Captions drauf, fertig.

    Speed über Perfektion.

    Bei der Doktorarbeit? Ich habe mir klargemacht: Scheißegal, wo genau ich sie schreibe. Hauptsache, sie geht durch.

    Ich muss nicht in den nächsten zwei Wochen die perfekte Doktorarbeit finden. Aber ich schreibe Kliniken an. Ich frage in Warteblöcken nach. Ich mache etwas.

    Das ist der Unterschied.

    Nicht perfekt planen. Sondern unperfekt starten und unterwegs korrigieren.


    Die Overthinker-Steuer

    Ali Abdaal spricht von der "Overthinker-Steuer".

    Jede Stunde, die du mit Grübeln verbringst, kostet dich:

    • Zeit

    • Potenziellen Verdienst

    • Lebensfreude

    Weil Grübeln dich in den Angst-Modus versetzt. Du bremst, statt Gas zu geben.

    Barack Obama trifft Entscheidungen mit 51% Sicherheit. Weil perfekte Information nie kommt.

    Sei 70% sicher und sieh es als Experiment.

    Mehr brauchst du nicht.

    Du wirst nie 100% sicher sein. Niemand ist das. Die Leute, die erfolgreich sind, haben einfach trotzdem angefangen.


    Was du JETZT tun kannst

    1. Definiere dein 6-Monats-Fenster. Was willst du in den nächsten 6 Monaten erreichen? Nicht in 5 Jahren. Nicht in 10. In 6 Monaten.

    2. Brich es runter. Was sind die 3 wichtigsten Ziele für die nächsten 12 Wochen? Was sind die Projekte? Was sind die To-Dos für diese Woche?

    3. Triff eine Entscheidung, die du aufschiebst. Gib dir 10 Minuten. Nicht 10 Tage. Sieh es als Experiment. Was ist das Schlimmste, was passieren kann?

    4. Starte unperfekt. Der erste Entwurf darf schlecht sein. Das erste Video darf cringe sein. Das erste Business darf scheitern. Hauptsache, du fängst an.

    Du musst nicht mit 23 das Business deines Lebens finden.

    Du musst nicht heute wissen, welchen Facharzt du in 10 Jahren machst.

    Du musst nur wissen, was du diese Woche tust.

    Langfristige Vision. Kurzfristiger Plan.

    Und dann: Umsetzen, umsetzen, umsetzen.

    Eine letzte Sache

    Alles, was ich dir in diesem Newsletter erzählt habe – das 12-Wochen-System, die Tagesplanung, das Runterbrechen von Zielen in Projekte und To-Dos – das mache ich nicht auf Papier oder in meinem Kopf.

    Ich mache es in einem System, das ich mir über Monate aufgebaut habe.

    Es ist das System, das mir geholfen hat, nach dem Physikum wieder in die Umsetzung zu kommen. Das mir jeden Morgen in unter 5 Minuten Klarheit gibt, was ich heute tun muss. Das meine Ziele mit meinen Projekten verbindet, sodass ich genau weiß: Dieses To-Do bringt mich näher an dieses Ziel.

    Ich habe es "Das Ultimative Notion System" genannt.

    Es ist das einzige Produktivitäts-System, das du brauchst.

    Keine 20 Apps. Keine losen Zettel. Keine Notizen, die du nie wiederfindest.

    Alles an einem Ort. Alles miteinander verbunden.

    Wenn du bis hierhin gelesen hast, dann suchst du wahrscheinlich genau das: Ein System, das dir hilft, aus dem Überdenken ins Umsetzen zu kommen. Das dir die Klarheit gibt, die du brauchst – nicht für die nächsten 10 Jahre, sondern für die nächsten 12 Wochen.

    Über 1.680 Menschen nutzen es bereits.

    → Schau es dir hier an

    Wir sehen uns nächste Woche.

    Jani

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